Den südlichsten geplanten Ort konnten wir nicht ansteuern, weil es in Puerto Bolivar unsicher für Touristen erschien - stattdessen legten wir in Manta an - das tat der Überquerung des Äquators keinen Abbruch. Auch die auf der Rückfahrt geplante Isla Gorgona konnte wegen Vogelgrippe nicht angesteuert werden, ersatzweise ging es auf die Playa Huina.
Die Anreise war lang und anstrengend: von Wien über Amsterdam nach Panama City und weiter nach San Jose in Costa Rica, wo wir im selben Hotel übernachteten, in dem wir vor vielen Jahren mit Gerlinde und Erich logierten, als wie ausschließlich Costa Rica in kleinster Formation erkundeten. Da das Schiff in Puntarenas erst am späten Nachmittag bereit war, gab es eine Stadtführung in San Jose und eine interessante Überlandfahrt mit Stopps in Grecia und bei einem Kunsthandwerkzentrum. An Bord wurde zunächst die Rettungsübung durchgeführt. Wegen Jetlag war ich unfähig, aufs Abendessen zu warten, frühes Frühstück am folgenden Seetag, Erholung, Vorträge, Massage, Ausfassen der Stiefel ...
Auf dem Weg gegen Süden hielten wir sonntags in Bahia Solano - rundum Dschungel, zugänglich nur vom Meer und aus der Luft, kein geschäftiges Treiben, wie angeblich sonst, doch speziell für uns hatte der Kindergarten geöffnet. Ich fühlte mich versetzt in Garcia-Marquez´ s hundert Jahre Einsamkeit.
Auf dem Rückweg gegen Norden nicht unweit ein Stopp in Playa Huina bei Ebbe: Strandspaziergang, Krabbenbeobachtung, Einblicke ins Dorf. Am nächsten Tag im Utria Nationalpark an der Playa Blanca zum Baden - die Tanzvorführung war so spät angesetzt, dass ob der Hitze die meisten Gäste bereits zurück an Bord waren, auch wir, sehr schade.
Äquatorüberquerung mit Neptunsparty am Pooldeck ehe wir die Isla de la Plata erreichen, wo Blaufüße leben. Diese Tölpel sind meine absoluten Lieblinge seit ich sie im Hochzeitstanz auf Galapagos erlebt habe. Ich starte die Wanderung, muss aber vor dem Gipfel aufgeben und werde zurück gebracht. Allein am Meer kann ich die Wellen, Vögel und Krabben beobachten, ein Ranger schickt mir ein Hochzeitstanz-Video, das er vor ein paar Wochen aufgenommen hat.
Von Manta, der drittgrößten Stadt Ecuadors aus unternehmen wir eine Fahrt zu einer Hacienda, auf der es um Kaffee und Zuckerrohr geht. Manta selbst ist berühmt für Thunfischfang und Panamahüte.
An einem Seetag gibt es die Möglichkeit, mitten im Pazifik zu schwimmen, möglich macht das die Sportplattform der Hanseatic Inspiration.
In Puerto Pina gibt es die Möglichkeit zu schwimmen oder auf einem parallel zum Strand verlaufenden Weg zu einer Flussmündung zu spazieren. An der Anlegestelle versammeln sich viele Dorfbewohner:innen mit Kindern, die bunte Tücher, Bastgefäße und Schmuck feilbieten.
Im Golf von Sam Miguel fahren wir mit offenen Booten der Einheimischen mit beachtlicher Geschwindigkeit zu einer bewaldeten Küste und von dort den Rio Chunga hinauf bis zu einem Dorf der Embera Indianer, die hier relativ abgeschieden von der modernen Zivilisation leben.
Auf der Perleninsel wurde ein Barbecue in der Mittagshitze im Sand vorbereitet, abends ein Farewell Cocktail mit Schanti Chor - nur noch eine Tagespassage durch den Panama Kanal, dann auschecken in Colon ...
Nachts warten wir auf der Pazifikseite auf die Passage, im Morgengrauen erkennen wir die Skyline von Panama City und nähern uns der Puente de las America und dem Frachthafen von Balboa. Dann die Miraflores Schleusen, nach kuzer fahrt die von Pedro Miguel. Dann die 2. Brücke, Puente Centenario und dahinter die engste Stelle im Kanal, der hier in den Bergrücken hineingesprengt worden war. Nach dem Gatun See die Gatun Schleusen: morgen kommen wir mit dem Bus ins hiesige Besucherzentrum. Schließlich erreichen wir die Puente Atlantico und den Hafen von Colon in der Abenddämmerung.
Am nächsten Morgen Ausschiffung und mit dem Bus nach Panama City zum abendlichen Flug via Istanbul nach Hause.